1930 - heute
Teil 2: 1930 bis heute
Im Jahre 1932 kam Alois Beuter als Lehrer nach Bühlerzell. Begabt und
ausgebildet in Gesang und Musik, interessierte sich Lehrer Beuter für die
Musikkapelle. Er hörte sich die Proben ab um sich ein Urteil über
ihr Können zu bilden und erklärte sich bereit, die Leitung der Kapelle
zu übernehmen.
In eine harte Schule unter Beuters Leitung wurde die junge Kapelle von nun an
in der Zimmerer-Werkstatt von Josef Schirle genommen, die von nun an Probenlokal
war. Im selben Haus (Kammerstatter Str.10) wohnte auch Dirigent Beuter. Eigene
Uniformen (schwarze Hosen, graue Kittel und Graue Schirmmützen) erhielten
die Musikanten im Jahre 1933, finanziert durch eine Holzsammlung in der Gemeinde.
Durch eine Sammeltour mit Musikvorträgen in den Teilorten wurden die Herzen
der Waldbesitzer aufgeschlossen. Auch in der Schnitzelbank fand die Holzsammlung
seinerzeit ihren Niederschlag.
Besondere Ereignisse während der Zeit Beuters waren der Bezirkskriegertag
1933 in Bühlerzell und das 8.Liederfest des Kochergaues in Gaildorf. Den
schönsten Erfolg errang die Musikkapelle auf dem Musikfest in Aalen 1934.
Beim Wertungsspiel in der Unterstufe erspielte die Kapelle mit der Ouvertüre
"Der kleine General" die Bewertung "vorzüglich". Dieser
Erfolg war vor allem der harten Schulung und dem Können Beuters zu verdanken.
Lehrer Beuter verließ Bühlerzell im Jahre 1937 und ungern sah ihn
die Musikkapelle scheiden.
Von nun an schwang Robert Hofer wieder den Dirigentenstab.
Nach dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges war ein geordnetes Vereinsleben nicht
mehr möglich, da die meisten aktiven Spieler zur Wehrmacht einberufen wurden.
Alois Nikel, Josef Boy, Anton Köhler, Alois Deiß, und Theodor Deiß
kehrten aus dem Krieg nicht mehr heim. Nach dem Kriege, als sich das Leben wieder
langsam normalisierte, erwachte auch wieder das Bedürfnis nach Musik. Die
alten Kameraden fanden wieder zusammen, aber klein war die Schar. In den Jahren
1949 bis 1950 bahnte sich eine neue Entwicklung an. Junge Kräfte drängten
zur Musik, von der älteren Garde begrüßt und gefördert,
besonders von dem langjährigen Kassierer der Kapelle, Wilhelm Wagner. Wilhelm
Deiß nahm die jungen Musikanten unter seine Fittiche und brachte ihnen
die Anfangsbegriffe der Musik bei. Geübt wurde nun wieder in der Schreinerwerkstatt
Deiß (Geifertshoferstr.16). Die Namen der Anfänger: Alois Funk jun.,
Gebhard Lechner, Rudi Schierle, Albert Nikel, Helmut Baumann, Manfred Kohnle,
Fritz Wieland (Beckafritz) und der Benjamin , der zwölfjährige Manfred
Horlacher.
Die erste Generalversammlung der Musikkapelle Bühlerzell wurde im Jahre
1951 einberufen, bei der Alois Funk sen. zum Vorstand und der ehemaliger Militärmusiker
Paul Thiele, dessen Ehefrau Julie aus der Römen stammte, zum Dirigenten
gewählt wurden.
Die Kapelle war inzwischen auf zwanzig Musiker angewachsen. Infolge regelmäßiger
Proben und dem Können von Dirigent Thiele war es bald möglich, wieder
vor die Öffentlichkeit zu treten. Die Konzertveranstaltungen der ersten
Jahre waren öfters mit kleinen Theaterstücken verbunden. Vorstand
Funk würzte sie mit seinen trockenen Witzen. Mit diesen Konzertabenden
gastierte man auch in den umliegenden Gemeinden.
Ein erster Höhepunkt in der Entwicklung der Kapelle unter Leitung des
Dirigenten Paul Thiele war das Bundesmusikfest in Aalen am 11.Juli 1954. Die
Kapelle beteiligte sich am Wertungsspiel mit den Musikstücken "Festlicher
Beginn" von G.Lotterer und "Morgenruf und Choral" von Martin
Luschewitz. Sie errang dabei 151 Punkte. Weitere Teilnahmen an Wertungsspielen
folgten, so am 31.Juni 1959 in Gaildorf (Unterstufe 1.Rang 112 Punkte), am 10.
Juli 1960 in Crailsheim (Unterstufe 1.Rang 116 Punkte) und beim Bundesmusikfest
in Ludwigsburg (Internationales Wertungsspiel Unterstufe, 1.Rang 111 Punkte).
Auch im Rundfunk konnte man die flotten Weisen der Musikkapelle Bühlerzell
bei einer Heimatsendung von Albert Hofele hören.
Nachdem die Musikkapelle Bühlerzell im Jahre 1953 zu den 5 Kapellen gehörte,
die den Kreisverband Hohenlohe gegründet haben, wurde sie beauftragt, im
Jahre 1963 das 7. Bezirksmusikfest auszurichten. Das Festzelt stand damals auf
dem alten Sportplatz (der übrigens ein Gefälle von vier Metern hatte!)
und der Festakt fand in der fast fertig gestellten Turn- und Festhalle statt.
Als eine von vielen Gastkapellen konnte man damals das Musikkorps St. Olof aus
Norrköping in Schweden begrüßen.
Im November 1963 mussten die Musikanten ihren rührigen und weitbekannten
Vorsitzenden Alois Funk sen. zu Grabe tragen, der an den Folgen eines Unglücks
mit einem Pferdegespann verstarb.
Zu seinem Nachfolger wurde sein Sohn Alois Funk jun. gewählt. Da bei unserer
Kapelle keine Klarinetten besetzt waren und die Klarinettenstellen bei Bedarf
von den Flügelhörnern geblasen wurden, waren wir weiterhin für
den Rundfunk interessant. So wurden am 14.5.1965, am 14.5.1968 und am 7.2.1969
weitere Rundfunkaufnahmen gemacht. In der Folgezeit war die Musikkapelle Bühlerzell
immer wieder in verschiedenen Musiksendungen zu hören. Der damalige Aufnahmeleiter
und Toningenieur des Süddeutschen Rundfunks, Walter Nennstiel, komponierte
den Marsch "Gruß an Bühlerzell" und schenkte ihn der Musikkapelle.
In den fünfziger Jahren und bis Ende der sechziger Jahre gab es im Limpurger
Land und in der Haller Ebene keine Musikkapellen die ein Fest musikalisch bestreiten
konnten. War irgendwo im Haller Raum ein Sängerfest, Feuerwehrfest, Heimatfest,
Sportfest, Kinderfest, oder sonst ein Jubiläum, so wurden die Bühlerzeller
Musiker als Festkapelle verpflichtet. Das lief meistens so ab, dass am Freitagabend
die Bierprobe gespielt wurde, am Samstagabend wurde der Festabend musikalisch
umrahmt und anschließend spielte die Kapelle zum Tanz und zur Unterhaltung
auf, dabei wurden neben Polkas auch aktuelle Schlager gespielt, was damals für
eine Musikkapelle etwas ganz besonderes war. Die Tanzpaare mussten übrigens
damals so genannte "Tanzbändel" erwerben, um auf der Bühne
tanzen zu dürfen. Am Sonntagmorgen ging es mit dem Festgottesdienst weiter.
Nach dem Mittagessen wurden die am Festzug teilnehmenden Vereine am Ortseingang
abgeholt und ins Dorf gespielt. Dann wurde beim Festzug oft als einzige Kapelle
Marschmusik gemacht und danach ging es im Zelt wieder weiter. Fand dann, wie
damals oft üblich, am Montag noch ein Kinderfest statt, so spielten die
Musikanten auch dazu. Da es in jenen Jahren noch nicht so viele Autos gab, übernachteten
die Musikanten öfters auch in den Festgemeinden. Es waren also über
diese Wochenenden "Fulltime -Jobs", die an den Ansatz und das Stehvermögen
der Musikanten große Anforderungen stellten. Aufgetreten sind die Bühlerzeller
Musiker in diesen Jahren mit schwarzer Hose, weißem Hemd und schwarz/weißer
Schirmmütze. Einheitliche Kittel hatte man damals noch nicht.
Nachdem die Turn- und Festhalle als eine der ersten im Kreis Schwäbisch
Hall fertig gestellt war, machten sich die Musikkapelle , der Gesangverein und
die Sportfreunde daran ab 1965 in der aufwendig dekorierten Halle Faschingsveranstaltungen
mit Programm, Gardetänzen und einer Tanzkapelle abzuhalten. Vorher spielten
sich die Fastnachtsveranstaltungen in den Sälen der Gasthäuser Hirsch
und Schwanen ab. Auch der Fastnachtsumzug, den es in Bühlerzell schon immer
gab, wurde nun größer aufgezogen mit Fastnachtswagen, Fußgruppen
und mehreren Musikkapellen. Der Gesangverein schied Anfang der siebziger Jahre
als Mitveranstalter der Faschingsveranstaltungen aus.
Nachdem die Freiwillige Feuerwehr Bühlerzell schon seit 1966 Kontakte zur
Feuerwehr in St. Koloman im Salzburger Land hatte, nahmen nun auch die beiden
Musikkapellen Kontakt zu einander auf. Zum 75. Jubiläum der Freiwilligen
Feuerwehr St. Koloman im September 1971 fuhren die Feuerwehr und zum ersten
mal auch die Musikkapelle Bühlerzell in die Taugl. Der Bühlerzeller
Feuerwehrkommandant Lorenz Kohler hatte in Erfahrung gebracht, dass dem beim
Fest anwesenden Landesfeuerwehrkommandant des Landes Salzburg, Hans Stelzinger,
ein Marsch gewidmet war, den die Feuerwehrkapelle Gütersloh spielte. Unser
Dirigent Herr Thiele nahm Kontakt mit dieser Kapelle auf und erhielt so die
Noten. Die St. Kolomaner staunten nicht schlecht, als wir diesen Marsch zu Ehren
von Herrn Stelzinger spielten. Der Besuch bei diesem Fest war der Beginn einer
herzlichen Freundschaft zwischen unseren Musikanten und den Musikern der Trachtenmusikkapelle
St. Koloman, die unter anderem dazu führte, dass im Jahre 1978 eine offizielle
Gemeindepartnerschaft zwischen St. Koloman und Bühlerzell geschlossen wurde.
Wie oben im Vorwort aufgeführt, haben die Ermittlungen von Herrn Schechinger
dazu geführt, dass man nun auch einen schriftlichen Nachweis unserer langen
Tradition hatte. Deshalb wurde im Jahre 1974 nachträglich die 200 jährige
Tradition mit einem großen Musikfest gefeiert. Nachdem man sich einige
Jahre zuvor mit grünen Filzwesten eingekleidet hatte wurde zum Musikfest
eine neue Uniform angeschafft (Dunkelroter Kittel, grüne Stoffweste, graue
Hose). Außerdem spendete Anton Steinbach aus Senzenberg dem Verein einen
Schellenbaum und sein Bruder Hugo eine Lyra. Am Freitagabend spielte die aus
Rundfunk und Fernsehen bekannte Original Burgenlandkapelle unter Leitung von
Robert Payer zum ersten mal in Bühlerzell, zu deren Mitgliedern sich eine
jahrzehnte lange Freundschaft entwickelte. Bei diesem Fest wurde von vielen
Bürgern der Wunsch geäußert dass sie Passives Mitglied bei der
Musikkapelle werden möchten. Nachdem bis dahin unser Verein nur aus Aktiven
bestand wurde daraufhin die Satzung geändert und seither haben wir auch
fördernde Mitglieder.
Zum Musikfest hatte die Musikkapelle die Verleihung der "Pro Musika Plakette"
beantragt. Leider klappte die Verleihung zum Musikfest im Jahre 1974 nicht,
da die Verleihungskommission noch weitere beweiskräftige Nachweise zur
lückenlosen Demonstration unserer langen Tradition anforderte. Um so größer
war die Freude, als die Musikkapelle Bühlerzell am 9.3.1975 in der Konzerthalle
Trossingen durch Bundespräsident Walter Scheel die "Pro Musika Plakette"
verliehen bekam. Bei einem Festabend in Bühlerzell am 19.4.1975 wurde uns
von Regierungspräsident Roemer die "Pro Musika Plakette" überreicht.
Raimund Wolf, der Präsident des Deutschen Volksmusikerbundes verlieh der
Musikkapelle Bühlerzell am gleichen Abend die "Bundesehrenmedaille",
dies ist die höchste Auszeichnung die der Deutsche Volksmusikerbund vergibt.
Im Jahre 1975 ging man daran mit der Ausbildung eines Holzsatzes zu beginnen,
dabei wurden zum ersten mal auch Mädchen in die Kapelle aufgenommen.
Am 26.11.1977 veranstaltete die Musikkapelle als einer der ersten Musikvereine
in unserer Gegend sein 1.Herbstkonzert bei dem auch zum ersten mal das Klarinettenregister
mitspielte. Der Abend fand sehr großen Anklang und so sind die jährlichen
Konzerte zu einer festen Einrichtung geworden. Im Herbst 1979 machte die Musikkapelle
ihren Jahresausflug an die Mosel und spielte dort drei Tage lang ein großes
Weinfest in Kinheim/Kindel.
Auch an den Wertungsspielen bei den Kreismusikfesten beteiligte sich unsere
Kapelle mit Erfolg. So erreichte man 1967 in Gerabronn in der Mittelstufe einen
1. Rang m. Auszeichnung, 1968 in Bühlertann in der Mittelstufe einen 1.
Rang, 1963 in Gaildorf in der Mittelstufe einen 1. Rang m. Auszeichnung und
1977 in Wolpertshausen in der Mittelstufe einen 1 Rang.
Seit 1979 veranstaltet die Musikkapelle im Wechsel mit dem Sportverein alljährlich
am Samstag vor dem 1.Advent das Weinfest mit der Original Burgenlandkapelle,
zu dem Gäste aus dem ganzen Süddeutschen Raum kommen und das immer
ausverkauft ist.
Bei der Generalversammlung im Dezember 1980 übergab Alois Funk das Amt
des ersten Vorsitzenden an seinen Bruder Erwin Funk.
Im Jahr darauf spielte die Musikkapelle Bühlerzell in Kupferzell zum ersten
Mal bei einem Wertungsspiel in der Oberstufe und erreichte auf Anhieb einen
1.Rang mit Belobigung.
Im Jahre 1986 wurde die 225 jährige Tradition mit einem großen Musikfest
gefeiert. Das komplette Programm am Festabend gestalteten die Mitglieder der
Musikkapelle selbst, indem sie verschiedene Epochen während der 225jährigen
Geschichte sowohl musikalisch als auch durch die der jeweiligen Zeit nachgeahmte
Kleidung und die entsprechenden Tänze darstellten. Die Stücke wurden
von unserem Dirigenten Musikdirektor Paul Thiele ausgesucht und mit verschiedenen
Gruppen einstudiert. Am Festsonntag gab es einen großen Festzug unter
dem Motto "225 Jahre Dorfleben". 1987 nahmen wir zum letzten Mal unter
der Leitung von Paul Thiele am Wertungsspiel in Bühlertann teil. Wir spielten
erneut in der Oberstufe und errangen wieder einen 1.Rang mit Belobigung. Dies
ist um so höher zu bewerten, da bei diesem Wertungsspiel in der Oberstufe
zum ersten mal ein "Stundenchor" vorgetragen werden musste. Das heißt,
dass die Kapelle eine Stunde vor dem Vorspiel ein Stück der Mittelstufe
vorgelegt bekam und dann eine Stunde Zeit hatte, dieses einzustudieren.
Zum Jahresende 1988 legte Musikdirektor Paul Thiele das Amt des Dirigenten
nach 37jähriger erfolgreicher Tätigkeit altershalber nieder. Die Musikkapelle
ist Herrn Thiele für die gekonnte und aufopferungsvolle Tätigkeit
für unseren Verein zu großem Dank verpflichtet. Sein Nachfolger wurde
Ulrich Maierhöfer, der aus Rohrbach bei Eppingen stammt und jetzt in Obersontheim
wohnt.
Im Mai 1989 wurde Herr Thiele mit einer Feier in der Rudolf-Mühleck Hall
verabschiedet. Dabei wirkten auch der Kirchenchor Bühlerzell, der Gesangverein
Bühlerzell und der Gesangverein Geifertshofen mit.
Ebenfalls im Mai 1989 verbrachte die Musikkapelle auf Einladung von Bundestagspräsident
Dr. Philipp Jenninger zwei Tage in der Bundeshauptstadt Bonn. Nach einem großen
Besuchsprogramm spielte man dem Herrn Bundestagspräsidenten zum Dank ein
Ständchen. Übrigens macht der Verein seit den sechziger Jahren jedes
Jahr einen zweitägigen Ausflug.
Ende des Jahres 1989 kaufte der Verein eine moderne Verstärkeranlage mit
24 Eingängen, um sich in den Festzelten besser Gehör verschaffen zu
können. Vor allem aber war es nun möglich, die entsprechenden Stücke
mit Gesang vorzutragen. Dies gelang unseren Gesangssolisten Sandra Freisinger,
Renate Wagner, Willi Rieg und Erwin Funk auch vortrefflich und schon bald war
unser Gesang ein Aushängeschild für die Kapelle.
Die Kapelle hatte in all den Jahren zahlreiche Auftritte zu bestreiten, unter
anderem im Herbst 1989 beim Weinfest in Ingelfingen, 1993, 1994 und 1995 beim
Oktoberfest des Kaufhauses "Kaufhof" in Heilbronn, in den Jahren 1985
bis 1994 beim Volksfestumzug in Crailsheim und 1992 beim Winzerfest in Kesten
an der Mosel.
Im Jahre 1990 nahmen wir am Wertungsspiel beim Landesmusikfest in Aalen teil.
Leider reichte es hier in der Mittelstufe nur zu einem 2. Rang. Beim Wertungsspiel
im Jahre 1995 in Waldenburg wurde in der Mittelstufe ein 1.Rang erspielt.
Bei der Jahreshauptversammlung im Dezember 1995 gab Erwin Funk das Amt des 1.Vorsitzenden
nach fünfzehnjähriger Tätigkeit an Ulrich Haas weiter.
Nachdem in der Aalener und Schwäbisch Gmünder Gegend seit einigen
Jahren an Fasching so genannte "Guggenmusiken" von sich Reden machten
stellte auch die Musikkapelle Bühlerzell beim Faschingsprogramm eine Guggenmusik.
Die lautstarken und farbenfrohen Auftritte der "Zellermer Guggafatzer"
beim Programm während der Faschingsveranstaltungen waren ein voller Erfolg.
Ihre Feuertaufe absolvierten die Guggenmusiker während einer Rundfunksendung
von SWR 4 Frankenradio an Fasching 1996, in dem der Bühlerzeller Fasching
in einer einstündigen Reportage vorgestellt wurde. Durch den guten Anklang
ermuntert, wirkten die Guggenmusiker ab dem Jahre 1997 auch bei überörtlichen
Fastnachtsveranstaltungen mit, wo sie für viel Furore sorgten. Übrigens
findet der Bühlerzeller Fastnachtsumzug seit dem Jahre 1988 am Fastnachtssamstag
statt, nachdem er vorher immer am Fastnachtsdienstag war. Auch die anderen sechs
Fastnachtsveranstaltungen, die Sportverein und Musikkapelle jährlich zusammen
ausrichteten, waren immer sehr gut besucht. Vor allem der Vereinsfasching und
der Rosenmontagsball, jeweils mit mehrstündigem Programm (Gardetänze,
Büttenreden, Liedvorträge, Schnitzelbank usw.), zogen ebenso wie der
Fastnachtumzug das Publikum aus dem weiten Umkreis an. Noch ein interessanter
Hinweis zu Fastnacht: Im Jahre 1991 fielen wegen des damals herrschenden "Golfkrieges"
zwischen Irak und Kuweit/USA in ganz Deutschland die Fastnachtsveranstaltungen
aus!
Im September 1996 veranstaltete die Musikkapelle Bühlerzell zusammen mit
ihren Freunden von der Trachtenmusikkapelle St. Koloman in der Rudolf-Mühleck
Halle ein Festkonzert mit dem die 25jährige Freundschaft zwischen den beiden
Kapellen gefeiert wurde.
Dirigent Ulrich Maierhöfer gab nach dem Fasching 1998 sein Amt nach neunjährigem
erfolgreichem Wirken an Erik Wolf aus Waldenburg-Tommelhardt weiter. Im Jahre
1998 wurde die Musikkapelle neu eingekleidet ( Rostbrauner Kittel, dunkelgrün
gemusterte Weste und anthrazitfarbene Hose).Die alte Uniform trug man zum letzten
Mal am 20.9.1998, als die Musikkapelle beim Weinfest in Ingelfingen musizierte.
Nach der Rückkehr gegen Mitternacht spielte die Kapelle dem am gleichen
Tag zum 3. mal wiedergewählten Bürgermeister Franz Rechtenbacher ein
Ständchen. Mit der neuen Uniform trat man zum ersten mal beim Herbstkonzert
1998 auf.
Ebenfalls angeschafft wurden aufwendige Kostüme für die Guggenmusik,
die man gebraucht, jedoch in gutem Zustand erwerben konnte. In den folgenden
Jahren spielten die Bühlerzeller Guggenfatzer bei den Faschingsumzügen
in Bühlerzell und Bühlertann, beim Stadtfeiertag in Crailsheim, Volksfestumzug
Crailsheim, beim Guggenball in Bartholomä, beim Guggendonnerstag in Ellwangen,
beim Pferdemarkt in Gaildorf und weiteren Orten auf. Die Begeisterung und der
Zuspruch des Publikums vor allem beim Gaildorfer Pferdemarkt waren phänomenal.
Bei der Jahreshauptversammlung im Dezember 1998 gab Vorstand Ulrich Haas sein
Amt an Sandra Freisinger weiter.
Ab Frühjahr 1999 musizierten unsere Jungmusikanten zusammen mit jungen
Musikern aus Bühlertann, Fronrot und Mittelfischach in der "Jugendkapelle
Oberes Bühlertal", die von Karl Ulreich, dem Vorstand des Musikvereins
Bühlertann, dirigiert wurde. Der Erste Auftritt dieser Jugendkapelle war
bei unserem sehr gut besuchten Herbstkonzert im Jahre 1999.
Ein Schwerpunkt zu Beginn des neuen Jahrhunderts war die Intensivierung der
Jugendausbildung. Für jedes Register wurden qualifizierte Ausbilder bestellt.
Die gute Ausbildung und die Mitwirkung bei der Jugendkapelle Oberes Bühlertal,
bei der die Musikkapelle einen großen Teil der Musiker stellte, brachte
einen sehr guten Ausbildungsstand unserer Jungmusiker.
Die Jahreskonzerte unter der Leitung von Erik Wolf waren sehr gut besucht. Die
Kapelle wagte sich unter seiner Leitung auch an rhythmisch anspruchsvolle Stücke.
Im Jahre 2000 erreichte der Verein beim Wertungsspiel in Öhringen in der
Mittelstufe einen ersten Rang mit Belobigung.
Auch der Radius unserer Auftritte hat sich erweitert, so spielte die Kapelle
im Jahre 1999 beim Musikfest in Rast bei Sigmaringen und in Baldersheim beim
Reichelsburgfest.
Eine ganz besondere Ehrung wurde der Musikkapelle im Jahre 2001 zuteil. Sie
erhielt die Conradin Kreuzer Medallie, die Vereinen verliehen wird, die über
150 Jahre alt sind und ein erfolgreiches Vereinsleben nachweisen können.
Eine große Delegation unseres Vereines fuhr am 28.04.2001 nach Trossingen,
um aus der Hand von Rudolf Köberle, Präsident des Blasmusikverbandes
Baden-Württemberg, diese hohe Auszeichnung in Empfang zu nehmen.
Seit dem Jahr 2001 veranstaltet der Verein immer am 1. Adventsonntag in der
Rudolf Mühleck Halle einen Vorspielnachmittag, an dem alle Musikschüler
der Musikkapelle solo, oder in kleinen Gruppen ihr Können vor Publikum
unter Beweis stellen.
Im Januar 2003 hat unser Dirigent Eric Wolf aus persönlichen Gründen
den Verein verlassen. Als Nachfolger konnte man Johannes Meures aus Linnich
im Kreis Düren gewinnen, der an der Musikhochschule in Augsburg Orchesterleitung
und Posaune studiert. Mit seinen 22 Jahren hat er bereits ein sehr fundiertes
Fachwissen und die Fähigkeit, sein Wissen und viele Tipps an die Musiker
weiter zu geben. Im Zuge der Vorbereitung auf das Herbstkonzert wurden außer
Doppelproben auch Probewochenenden abgehalten, bei denen jedes Register von
einem Musikstudenten betreut wurde.
Musikalisch hat die Kapelle unter der Leitung von Johannes Meures einen großen
Sprung nach vorne gemacht.
Im Dezember 2003 besuchte die Musikkapelle auf Einladung von Landwirtschaftsminister
Willi Stächele und Landtagsabgeordneten Helmut Rüeck den Stuttgarter
Landtag.
Beim Herbstkonzert 2004 musizierten nach dem Einbau einiger Jungmusiker über
50 Musikanten. Höhepunkt war das Konzertstück "Kinder, Kinder",
das in Anwesenheit der Komponistin Frau Regina Kuhn uraufgeführt wurde.
Nachdem im Jahre 2004 Wasser, Abwasser und ein leistungsstärkeres Stromkabel
durch Mitglieder des Sportvereins in den Kellerwald verlegt wurden, wurde im
Jahre 2005 die große Hütte im Kellerwald unter der Federführung
von unserem Trompeter, Zimmermeister Alois Nikel, von der Musikkapelle unter
Mithilfe einzelner Sportvereinsmitglieder abgebrochen und neu aufgebaut.
Das Kellerwaldfest wird seit Mitte der sechziger Jahre jährlich im Wechsel
vom Sportverein und der Musikkapelle als dreitägiges Fest veranstaltet
und ist die wichtigste Einnahmequelle der Musikkapelle. Bis Ende der fünfziger
Jahre wurde das Kellerwaldfest übrigens vom Gesangverein Frohsinn ausgerichtet.
Im März 2005 wurde zusätzlich ein Volkstümlicher Blasmusikabend
veranstaltet. Neben neuen Polkas und Gesangstiteln wurde auch zum ersten mal
die "Bühlerzeller Polka" gespielt. Robert Payer hat diese Polka
komponiert und der Musikkapelle als Dank für die seit dreißig Jahren
andauernde Freundschaft zwischen der Musikkapelle Bühlerzell und der Original
Burgenlandkapelle gewidmet.
Im Jahre 2005 musizierte die Musikkapelle unter anderem bei der Eröffnung
der Arena in Ilshofen und beim Schlossfest in Pfedelbach.
Im Frühjahr 2006 veranstaltete die Musikkapelle einen Volkstümlichen Blasmusikabend. Das Herbstkonzert 2006 war zugleich das Abschiedskonzert von Johannes Meures, den es nach Beendigung seines Studiums wieder in heimatliche Gefilde zog. Als Dank und zur Erinnerung an seine schöne Zeit in Bühlerzell hat er für die Musikkapelle die Polka „Amme“ geschrieben, sicher auch als Dank an Ulrich, Karin und Emma Haas, bei denen er logieren durfte.
Als Nachfolgerin schwang nun mit Eva Reis aus Villingen-Schwenningen erstmals eine Frau in Bühlerzell den Taktstock, die an der Musikhochschule in Stuttgart Posaune und Ensembleleitung studiert hat.
Die Aktiven spielten im Jahre 2007 unter anderem beim Kreismusikfest des Ostalbkreises in Schechingen im Festzelt den verlängerten Frühschoppen und gestalteten bei der Firma Voith in Crailsheim und bei VDK in Ohrnberg jeweils einen Bayrischen Abend. Auch in der Gemeinde gab es zwei herausragende Ereignisse musikalisch mit zu gestalten, nämlich das Richtfest des neuen Altersheimes St. Josef und die Weihe von drei neuen Glocken. Eva Reis gab beim Herbstkonzert ihre Visitenkarte als Dirigentin ab. Bei der Jahreshauptversammlung wurde Martin Moll zum neuen Vorsitzenden gewählt.
Im Jahr 2008 wurde im Frühjahr wieder ein volkstümlicher Blasmusikabend veranstaltet. Im Sommer gaben wir ein Gastspiel bei unseren Freunden vom Musikverein Unterwaldhausen, die in zweijährigem Rhythmus mit großem Erfolg bei unserem Kellerwaldfest auftreten.
Im Herbst waren wir bei unseren Musikfreunden in St. Koloman zu Gast. Es wurde das Jubiläum der 30 jährigen Gemeindepartnerschaft gefeiert.
Nach nur knapp zwei Jahren verließ uns unsere Dirigentin Eva Reis.
Seither leitet Michael Straub, der bisher im Verein das Bariton spielte, die Kapelle. Darüber hinaus konnte man Franz Matysiak aus Crailsheim als Projektdirigent gewinnen..
Das Herbstkonzert 2008 unter der Leitung von Franz Matysiak wurde zum ersten mal als Stuhlkonzert abgehalten. Das Frühjahr 2009 wurde mit einem volkstümlichen Blasmusikabend begrüß, dem im November ein viel beachtetes Herbstkonzert folgte.
Im Juli 2010 kehrte die Musikkapelle Bühlerzell praktisch wieder zu ihren Wurzeln zurück. Die Musiker veranstalteten ein Kirchenkonzert. Die Jugendgruppe unter der Leitung von Michael Straub und das Blasorchester unter der Leitung von Franz Matysiak spielten vor einer begeisterten Zuhörerschaft.
Mit dem Jahreskonzert 2010 läuteten die Musiker das Jubiläumsjahr 2011 ein in dem wir uns nun befinden.
Neben den Auftritten bei verschiedenen Festen begleiten die Bühlerzeller Musikanten die bürgerliche Gemeinde, die örtlichen Vereine und die beiden kirchlichen Gemeinden bei fröhlichen, festlichen und traurigen Anlässen musikalisch durch das Jahr. Ob beim Weißen Sonntag, Konfirmation, 1. Mai Tagwache spielen, Hochzeiten, Muttertag, Pfarrgartenfest, Fronleichnam, Kindergartenfest, Benefizessen, Martinus-Umzug der Kinder, Volkstrauertag, Totensonntag, Beerdigungen, Weihnachtsmarkt, Waldweihnacht, Weihnachtsfeier unserer älteren Mitbürger, Heiliger Abend im Altersheim, Krippenfeier der Kinder oder Christmette, immer sind die Bühlerzeller Musikanten zur Stelle - wie schon seit nunmehr 250 Jahren.